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Festplatten Dämmungen







Shoot-Out: 5 Festplatten-Dämmgehäuse im Vergleich


by Gavius 4/2005


Allgemeines und Testbedingungen

Eigentlich kann man alle Komponenten in einem PC auf "Silent" umbauen: Lüfterlose Netzteile, CPU Kühlungen mit NCU oder Phaseplanes, Heatpipe-Monster auf den Grafikkarten. Nur die Festplatte stellt ein unüberwindbares Hindernis dar - es sei denn, man hat so 10.000€ - 50.000€ für eine Solid-State-Disk in der Kaffekasse oder bootet von Compact Flash oder gar übers Netzwerk. Für alle sterblichen PC-Anwender bleibt die gute alte Festplatte, die mehr oder weniger laut surrend und klackernd ihren Dienst verrichtet.

Lange hats gedauert, bis die Hersteller reagiert haben und jetzt endlich leisere Platten bauen. Zusätzlich wächst die Zahl an Festplattendämmungen und/oder -kühlungen, die eine Reduktion des Betriebsgeräusches versprechen. Leider kann man, wie so oft, den Angaben der Hersteller nur bedingt glauben schenken - Aussagen wie "unhörbar" sind da keine Seltenheit. Oft muss der Silentfreak 50 und mehr euröpäische Dollars investieren um dann anstatt der erhofften Ruhe ein formschönes Placebo-Gehäuse sein Eigen zu nennen. Was aktuell erhältliche Dämmgehäuse so leisten, soll dieses Shootout zeigen. Wir lassen hier folgende Teile in die Arena, die sich bei identer Hardwarekonfiguration gegeneinander behaupten müssen:

  • Silentmaxx HD Silencer: Derzeit der "Standard" unter den Dämmgehäusen.
  • Deltatronic Silentium: Das Ding, dass auch im vorgefertigten Lüfterlosen Rechner des selben Herstellers zu finden ist.
  • Cooler Master Cool Drive Lite: Eigentlich ein Plattenkühler, der aber auch Entkopplung und leiseren Betrieb verspricht.
  • Silent Box von Scythe: Eine Interessante Entwicklung vom Hersteller des NCU.
  • Der Gav-Me-Up "Bituminator": Sorry für den Namen - ich hab einfach ein Dämmgehäuse aus 3Kg Bitumen und Kufer gebaut um zu sehen, wie es sich gegen die Ware "von der Stange" behaupten kann.

Ursprünglich wollte ich auch das "Silentdrive" in das Shootout nehmen - ein Gehäuse das früher z.B. von Silentmaxx verkauft wurde. Das Teil tut seit 2 Jahren in dem Rechner, auf dem ich gerade arbeite seinen Dienst. Ich habe aber den Eindruck, dass es vom Markt verschwunden ist und so ist es für den interessierten Leser wohl uninteressant. Wenns jemanden interessiert reicht eine PM oder ein Wink im Forum und ich werde gesenkten Hauptes einen Test machen ;-)

Die Hauptprobleme beim Betrieb einer Festplatte:

  • Hochfrequentes Pfeifen und Rauschen (Laufgeräusch): Kann durch ein Dämmgehäuse gelindert werden, das die Platte vollständig umschließt, also den Lärm nicht "rauslässt"
  • Vibrationen (Laufgeräusch, Zugriffe): Können durch Entkoppeln vermindert werden. Meist wird die Platte auf einer Gummivorrichtung im Computergehäuse aufgehängt. Eine bessere Lösung ist die Konstruktion eines Gehäuses, dass komplett aus Gummi ist.
  • Wärme: Eine im Betrieb befindliche Platte gibt Wärme ab. Festplatten dürfen, wie andere Komponenten, nicht zu heiß werden. Die Angaben der Hersteller sind unterschiedlich, liegen aber meist zwischen 50° und 60°.

Ein Dämmgehäuse hat immer den Nachteil, die Temperatur der Platte zu erhöhen, weil die Konvektion ganz oder teilweise unterbunden wird. Hier sind die Hersteller gefragt, die mit ausgefeilten Techniken eine Lösung des Problemes suchen.

Genug der einleitenden Worte. Kommen wir zum...

Testequipment

Um das Geräusch der Festplatte zu isolieren, ist es notwendig alle anderen Komponenten des Rechners ruhigzustellen. Zu diesem Zweck habe ich einfach alle Platten aus meinem Serverlein ausgebaut - fertig war das Testsystem:

 CPU Intel Celeron 850 mit lüfterlosem Zalman-Fächerkühler
 Netzteil Silentmaxx ProSilence Fanless 503W
 Grafikkarte Riva TNT2 mit Zalman Heatpipe (ja sowas gibts noch)
 Gehäuse Chieftech Minitower

Tja, vor vier Jahren wäre das der echte Renner gewesen. Aber jetzt mal ernsthaft: Bei diesem Shootout geht es um die Festplatten und um deren Geräuschentwicklung. Zumindest gibt dieses System keinen Mucks von sich. Kein Lüfter, keine surrenden, pfeifenden oder sonst irgendwie akustisch bemerkbaren Komponenten.

Zur Temperaturmessung kommt ein Digital Doc 5 zum Einsatz. Es wurden jeweils zwei Sonden verwendet, eine an der Gehäuseoberseite der Festplatte, eine an der Seite. Irgendwie traue ich den Sensoren der Platte nicht so ganz, daher die Messung auf der Außenseite.

Natürlich ist der persönliche Geräuschendruck immer entscheidend. Nur was tun, wenn subjektiv zwei Kandidaten gleich laut klingen. Naja. Jedenfalls kommt ein Schallpegelmessgerät zum Einsatz und zwar einmal aus 5cm Entfernung und einmal aus 1m Entfernung. Ich behaupte ja nicht, dass die Hersteller lügen, wenn sie 12dB(a) auf ihr Produkt schreiben. Die Frage ist, unter welchen Bedingungen? Im Vacuum auf 300m Distanz? Manchmal erscheint es so.

Das vorliegende Gerät hat im unteren Level einen Messbereich von 30 - 80 dB(a). Werte darunter lassen sich nur in schalldichten Räumen mit sündteuren Equipment messen. Es reicht aber, wenn man auf wenige cm zum Messobjekt geht. Alles was da unter 30dB(a) ist, kann selbst für einen Silentkranken wie mich keinen Störfaktor darstellen.

Wichtig ist bei dem Shootout ohnehin der Unterschied zwischen den Testkandidaten und nicht der absolute Schalldruck, weil dieser von Festplatte, Gehäuse etc, etc. abhängt.

Auf Leserwunsch wird hier nicht nur mit der Samsung 0802N - immer noch die leiseste 3,5" Festplatte (1 Scheibe) - getestet, sondern mit zwei Kanditaten, die lauter sind und heisser werden:

  • Seagate: ST3120026A (120GB): Repräsentiert die Platten von 120 - 200GB. (2 Scheiben)
  • Western Digital WD3200JB (320GB): Repräsenteirt die Platten von 250 - 400GB (4 Scheiben)

Besonders von der WD hat man in letzter Zeit viel Gutes gelesen, das ich von meiner Seite aus nicht bestätigen kann. Wahrscheinlich bin ich von den Samsung Platten verwöhnt.

Jetzt wissen alle worums geht - auf zu den Tests:










Artikelübersicht:

1. Allgemeines und Testbedingungen
2. Deltatronic Silentium!
3. Silentmaxx HD Silencer
4. Cooler Master Cooldrive Lite
5. Scythe Silent Box (Heatlane)
6. Eigenbau
7. Praxistest und Fazit

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