Review

25.10.2004

INTEL P4 550 / 3,4 GHz und
INTEL Mainboard D915PGN

 

Vorwort:

Endlich mal wieder ein INTEL System in unseren Testbereichen. Ausführliche Testberichte und Vergleichstests zu der CPU und dem Mainboard gibt es auf den einschlägigen Web Seiten mehr als genug, deshalb wollen wir hier die Sache einmal aus unserer Sicht (High End - Low Noise) betrachten.

Das die INTEL P4 550 CPU zu den High End Boliden mit der dazugehörigen starken Wärmeentwicklung zählt, steht ausser Frage. Das man aber auch diese CPU trotz 105 Watt Verlustleistung passive und lautlos durch Heatpipe Technik kühlen kann ist auch klar. Welches Heatpipe System sich hierzu am besten eignet wollten wir hier eigentlich einen Vergleichstest mit den 2 Heatpipe Gehäusen von Deltatronik und Silentmaxx ermitteln. Dieser Vergleichstest wird aber noch etwas auf sich warten lassen. Die Firma Silentmaxx wird in 2 Wochen den Heatpipe Adapter zum INTEL Sockel 775 zur Verfügung haben und wir werden das dann sofort testen. Die Firma Deltatronik plant diesen Adapter aber erst zur kommenden CeBit 2005.

Solange werden wir aber natürlich nicht warten. Selbst die 2 Wochen bis zur Silentmaxx Lösung wollen wir nicht warten und werden hier das System einmal unter Standardbedingungen testen und dann immer weiter modifizieren bis es lautlos arbeitet. Wir werden verschiedene Konfigurationen aufbauen mit Lüfter - und Lüfterlosen Netzteilen, sowie mit Gehäusen im Air Design mit und ohne Gehäuselüfter und auch mit einigen brandneuen Silent CPU Kühler.

Wie immer wird hier die optimale Geräuschreduzierung bei einem stabilem Betrieb mit höchster Leistung im Vordergrund stehen nicht aber ein Overcklocking oder ähnliches.

Zielsetzungen / Aufgaben / Vorgehensweise:

Unser Ziel hierbei ist, dass wir das System zuerst mit den Original Lüfter aufbauen und das System in Puncto Lautstärke und Leistung betrachten. Dann wollen wir in mehreren Schritten das System mehr und mehr optimieren bis wir letztendlich einen lautlosen Rechner auf dieser Basis aufgebaut haben. Wir werden hierzu das System in mehreren Schritten optimieren; so das jeder Leser dieses System je nach seinem Bedürfnissen (und Finanziellen Mitteln) einfach nachbauen kann.

Spezifikationen, Daten und Fakten

Testaufbau 1 mit Original Komponenten

Mainboard

INTEL D915PGN

CPU

INTEL P4 / 550 / 3,4 GHz

CPU Kühler

INTEL Boxed

RAM

Corsair 2 x 256 MB

Graphikkarte

MSI RX600XT mit Originallüfter

Netzteil

Yesico 420 Watt Lüfterlos

Gehäuse

Mercury Airliner

Festplatte

SATA Samsung 1604 / 80 GB

Betriebssystem

Windows XP

Lüfter

kein Gehäuselüfter, kein Netzteillüfter

Besonderheiten

keine

Anmerkungen

 

Installation:

Das Mainboard ist recht übersichtlich aufgebaut und die dazugehörigen Anleitungen sind sehr ausführlich Bebildert. Hier sollte keiner irgendwelche Probleme oder offene Fragen haben. Zum Lieferumfang gehören neben den ausführlichen Anleitungen und Informationen auch alle notwendigen Kabel, Slotblechblende und eine Treiber CD.

Zur Spannungsversorgung befinden sich 3 Stecker auf dem Mainboard. Auf dem Mainboard befindet sich der erweiterte 24 Pol ATX Stecker. Hier sollte man in das Handbuch schauen den auch ein 20 Pol Stecker passt auf den 24 Pol Sockel und je nach Konfiguration ist der Molex Stecker auf dem Mainboard frei zu lassen!

Der INTEL Kühler geht recht schwer auf das Motherboard und man musste hier schon mehr als nur Kräftig zufassen. Hierbei hat sich sogar das Mainboard leicht verzogen, siehe Bild. Zum Kühler Wechsel muss das Mainboard ausgebaut werden.

Inbetriebnahme:

Sofort nach dem Einschalten hatten im BIOS laut Hardwaremonitor  56°C an der CPU mit dem INTEL  original Kühler bei 2252 U/m. Die Lautstärke ist hierbei noch akzeptabel was sich aber unter Last sehr schnell ändert.

Das BIOS ist recht durchschaubar und relativ logisch zu bedienen.

Die Samsung 1604 SATA Festplatte und das DVD ROM wurden sofort erkannt ohne das hier irgendwelche Konfigurationen oder Einstellungen vorgenommen werden mussten. Die SATA Platte ist bei Schreib- und Lesezugriffen sehr laut. Die Samsung SATA ist im Vergleich zu einer Samsung SV0802N ein wahrer Krachmacher, obwohl die Samsung 1604 noch zu den leisesten SATA Festplatten gehört.

Die INTEL Treiber Installation verlief einfach und vollautomatisch. Ansonsten wurden alle möglichen Treiberupdates installiert wie DX9c, neuster ATI Treiber usw.

Temperaturverhalten / Messwerte

Testraumtemperatur 20 Grad. CPU Spitzentemperaturwerte bei kontinuierlicher 100% CPU Auslastung im geschlossenem Gehäuse ohne einen Gehäuse oder Netzteil Lüfter!

Test

Idle

Sandra Burn In CPU

CPU

55 Grad

76 Grad

Systemtemperatur

41 Grad

50 Grad

INTEL Fan Speed

2420 U/min

4990 U/min

Geräuschverhalten

noch akzeptabel

sehr laut

Während des Lasttests wurde der INTEL CPU Kühler automatisch hochgeregelt und entwickelte eine Turbinenartike Lautstärke von ca. 4,9 Sone. Nach dem Lasttest regelte die Lüftersteuerung den CPU Kühler wieder auf 2500 U/min herunter was wiederum zu einer noch akzeptablen Geräuschentwicklung führt.

Anmerkung:
Die 3 DMark Tests konnten in den Werkseinstellungen des Hardwaremonitors nicht durchgeführt werden da die CPU Temperatur hierbei gleich über 70 Grad geht und der Testdurchlauf durch den Hardwaremonitor abgebrochen wird. Erst nach dem Abschalten der Warnmeldung liefen die 3 DMark Tests problemlos. Hier machte sich also die fehlende Gehäusebelüftung sofort bemerkbar.

Anmerkung / Bildinformationen:

Wie immer gilt Bilder klicken zum  Vergrössern. Die Bilder oben zeigen den Testaufbau mit Original INTEL Kühler und MSI RX600XT Graphikkarte. Die Bilder unten zeigen die Sockel 775 CPU. Auffällig hierbei ist, dass die CPU keine Pins sondern nur noch Kontaktflächen hat. Ein Verbiegen der Pins (wie es uns schon oft passiert ist) ist hier also nicht mehr möglich. Ebenso passiert es uns immer öfter das die CPU (egal ob INTEL oder AMD) einfach durch die Wärmeleitpaste am CPU Kühler kleben bleibt und beim Kühler Ausbau die CPU plötzlich einfach mit herausgezogen wird. So etwas sollte hier bei dem Sockel 775 aber nicht mehr passieren können.

Input / Output und Power:

Die Bilder unten zeigen die Anschlüsse an der Slotblechblende zu dehnen neben dem Ethernet 10/100 LAN Anschluss auch 4 x USB 2.0 gehören, 4 weitere USB Anschlüsse befinden sich auf dem Mainboard. Bei der Verwendung eines Netzteils mit 20 poligem ATX Stecker sollten die 2 zusätzlichen Stecker P4 Power und der auf dem Mainboard danebenliegende 4 Pin Molexstecker belegt werden. Bei Verwendung eines 24 poligen ATX Steckers bleibt der 4 polige Molex Steckeranschluss auf dem Mainboard frei.

PCI Express / SATA / Front:

Neben dem PCI Express 16x Anschluss für die Graphikkarte befinden sich noch 2 weitere PCIe 1x Anschlüsse auf dem Mainboard. Die Front I/O Anschlüsse sind deutlich farblich gekennzeichnet.  Links neben den Front I/O Anschlüssen befinden sich 4 weitere USB 2.0 Anschlüsse und oberhalb davon sind 4 SATA Anschlüsse vorhanden. In Anbetracht das die ersten DVD und CD Rom Laufwerke mit SATA Anschluss gerade auf den Markt kommen ist diese Anschlussvielfallt sehr erfreulich.

Beurteilung des  Testsystem:

Das Mercury Airliner Gehäuse sorgte zwar für eine gute Luftzufuhr jedoch machte es sich schon deutlich bemerkbar das hier keine Gehäusebelüftung statt gefunden hat. Ebenso trug das lüfterlose Yesico Netzteil zu einer Erhöhung der Gehäusetemperatur bei. Die Samsung SATA 1604 Festplatte ist definitiv zu laut und sollte gedämmt und entkoppelt werden. Die MSI Graphikkarte hält sich sehr dezent im Hintergrund und wird von den INTEL Boxed Kühler deutlich übertönt.

Weitere Vorgehensweise:

Bevor wir das System durch ein Heatpipe Gehäuse zur vollkommenen Stille zwingen werden wir das System einmal mit einer kostengünstigen Variante (was für die meisten User auch am interessantesten ist) einmal massive Geräusch reduzieren. Hierfür sind die gemachten Erkenntnisse aus dem vorangegangenem Testaufbau sehr hilfreich. Zum einem sollten wir mit einem sehr leisem Lüfter Netzteil das Gehäuse zusätzlich belüften. Auf einen zusätzlichen krachmachenden Gehäuse Lüfter sollten wir aber weiterhin verzichten. Der Original INTEL Boxed Kühler muss durch einen Silent Kühler ersetzt werden. Die Festplatte muss gedämmt und entkoppelt werden. Die MSI Graphikkarte war bei dem Testaufbau kaum wahrzunehmen da Sie durch die anderen Komponenten deutlich übertönt wurde. Hier werden wir erst später sehen ob die Graphikkarte passive (also lüfterlos) gekühlt werden soll.

Spezifikationen, Daten und Fakten

Testaufbau 2 mit modifizierten Komponenten

Mainboard

INTEL D915PGN

CPU

INTEL P4 / 550 / 3,4 GHz

CPU Kühler

Artic Cooling Freezer 7

RAM

Corsair 2 x 512 MB

Graphikkarte

MSI RX600XT mit Originallüfter

Netzteil

Coolermaster Real Power 450

Gehäuse

Mercury Airliner

Festplatte

SATA Samsung 1604 / 80 GB

Betriebssystem

Windows XP

Lüfter

kein Gehäuselüfter

Besonderheiten

keine

Anmerkungen

 

Installation:

Die Installation verlief wie schon im ersten Testaufbau beschrieben, jedoch lies sich der Artic Cooling CPU Kühler wesentlich leichter als der INTEL Kühler installieren. Der Freezer 7 arbeitet mit 300 - 2500 RPM und ist mit 1,2 Sone regelrecht flüsterleise im Vergleich zum 4,9 Sone INTEL Original.

Temperaturverhalten / Messwerte

Testraumtemperatur 20 Grad. CPU Spitzentemperaturwerte bei kontinuierlicher 100% CPU Auslastung im geschlossenem Gehäuse ohne einen Gehäuse Lüfter!

Test

Idle

Sandra Burn In CPU

CPU

58 Grad

67 Grad

Systemtemperatur

41 Grad

46 Grad

INTEL Fan Speed

1020 U/min

2730 U/min

Geräuschverhalten

kaum hörbar

 leise

Die Temperaturen sind hier deutlich besser als bei dem vorangegangenem Testaufbau und das System ist jetzt schon beachtlich leiser. Das Netzteil sorgt hierbei für eine geringe und leise Gehäusebelüftung.


Fazit

Der High End INTEL Bolide lässt sich recht einfach und kostengünstig in ein leise schnurrendes Kätzchen verwandeln. Wer allerdings einen nicht hörbaren Rechner erwartet muss hier zu anderen Mittel greifen und auf ein Heatpipe Kühlsystem wechseln. Nach allen Umbauten waren nur noch die Festplattenzugriffe deutlich zu hören. Wer eine nichthörbare Festplatte haben will muss hier auf etwas Leistung verzichten und anstatt einer SATA Festplatte zu einer ATA Samsung SV0802N greifen.

 

Danksagungen / Schlusswort / weitere Vorgehensweise:

Unser Dank geht zuerst an das Team von INTEL für die unproblematische und freundliche Bereitstellung der Testmuster. Wir freuen uns auf eine positive Zusammenarbeit mit noch vielen hochinteressanten und lautlosen Projekten. In kürze werden wir dieses System einmal völlig lüfterlos mit einem Silentmaxx P1 Heatpipe Gehäuse testen.

Ein ganz besonderer Dank geht an MSI für die schnelle Bereitstellung der Graphikkarte.

Ebenso geht unser Dank an die Firmen Frozen Silicon, CoolerMaster und Silentmaxx für den CPU Kühler, das Netzteil und die Festplattendämmung. Den Artic Cooling Freezer gibt es in 3 verschiedenen Versionen bei Frozen Silicon und wir werden diese Kühler ausführlich in unserem Kühler Bereich testen.

 

 

 

 

 

 

Spezifikationen, Daten und Fakten

Testaufbau 3 mit modifizierten Komponenten und gedämmten Gehäuse

Mainboard

INTEL D915PGN

CPU

INTEL P4 / 550 / 3,4 GHz

CPU Kühler

Artic Cooling Freezer 7

RAM

Corsair 2 x 512 MB

Graphikkarte

MSI RX600XT mit Originallüfter

Netzteil

Coolermaster Real Power 450

Gehäuse

Silentmaxx ST-11 gedämmt

Festplatte

SATA Samsung 1604 / 80 GB

Betriebssystem

Windows XP

Lüfter

120 mm Bodenlüfter

Besonderheiten

keine

Anmerkungen

Die Temperaturwerte sind fast identisch mit dem Testaufbau 2

Beurteilung des  Testsystem:

Das Mercury Airliner Gehäuse sorgte zwar für eine gute Luftzufuhr jedoch machte es sich hier auch schon deutlich bemerkbar das hier keine Lüfterlosen Komponentenverwendet wurden. Somit waren CPU Lüfter und Graphikkarte sowie Festplatte zu hören obwohl das System sich jetzt schon deutlich vom Krachmacher zum schnurrendem Kätzchen geändert hat. Deshalb haben wir uns entschlossen das ganze System so wie es ist in ein gedämmtes ST-11 Gehäuse einzubauen. Dank des geregelten 120 mm Bodenlüfters und dem 120 mm Netzteillüfter sollte dann auch eine optimale Gehäusebelüftung stattfinden.

Beurteilung des Systems:

Dank dem ST-11 Gehäuse ist das System jetzt noch einmal deutlich leiser geworden. Die Temperaturwerte sind hierbei fast identisch mit dem Mercury Air Design Gehäuse. Das liegt daran das hier ein 120 mm Papst Lüfter (so gut wie nicht hörbar) im Boden des Gehäuses arbeitet. Das Air Design lässt zwar mehr Luft an die Bauteile aber die Luft überträgt auch den Schallpegel der Komponenten. Das Air Design Gehäuse sollte man also nur nehmen wenn man alle Komponenten auch wirklich passiv kühlen kann.

Obwohl die MSI Graphikkarte von Werk aus schon sehr leise ist und man diese nicht besonders wahrnehmen kann werden wir jetzt zum Abschluss noch mal  versuchen die Graphikkarte passive zu kühlen. Für die neuen RX PCI Express Graphik Karten gibt es noch keine extra Graphikarten Kühler und wir werden mal so ein wenig herumbasteln was so machbar ist.

Zuerst wollten wir den AeroCool VM-101 passiv Kühler nehmen, der würde zwar gut auf die Graphikkarte passen macht aber dann Probleme mit Chipsatz und CPU Kühler. Dann haben wir noch einen alten Thermaltake Giant II gefunden, der hat zwar nur eine Heatpipe passte aber letztendlich auch nicht mit Komponenten auf dem Mainboard zusammen. Ebenso ging es uns mit dem Zalman. Was nun? OK, noch mal von vorn und den AeroCool VM-101 wieder drauf und jetzt den CPU Kühler noch mal umbauen so das dieser nicht in Richtung Netzteil sondern in Richtung Gehäuserückwand bläst.

Fertiger Silent Rechner:

Nachdem wir etliche Versuche gemacht haben um einen passenden passiven Graphikkarten Kühler zu montieren haben wir letztendlich den CPU Kühler versetzt. Der Vorteil des Sockel 775 liegt darin das man den Kühler in jeder beliebigen Richtung montieren kann, da alle Lochabstände auf dem Mainboard identisch sind. Der Luftstrom Streift zwar jetzt nur noch die Graphikkarte im passivem Betrieb aber das ist ausreichend und wir werden noch einmal einen detailierten Test zu dem Temperaturverhalten der Graphikkarte in unserem Graphikkarten Bereich machen.  Die grünen Pfeile zeigen den Luftstrom vom 120 mm Bodenlüfter des ST-11 Gehäuses zum ArticCooling Freezer 7 über den 120 mm Netzteillüfter des CoolerMaster und dort aus dem Gehäuse heraus.

Jetzt ist genug Platz im Gehäuse und alles läuft im grünem Bereich und sehr sehr leise.

INTEL 550

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