Review

21.11.2004

LianLi V1200 Praxistest

Vorwort:

Nachdem wir nun das LianLi Gehäuse getestet haben folgt nun ein extra Praxistest hierzu. Aufgrund der 3 verschiedenen Belüftungszonen und einiger weitere Besonderheiten wie dem auf dem Kopf stehenden Mainboard Einbau gibt es hier so viele Dinge zu betrachten das ich hier einen extra Praxistest mache, weil diese sonst das Gehäuse Review vom Umfang her gesprengt hätte.

Wichtige und Grundsätzliche Überlegungen:

Die Auswahl der richtigen und aufeinander abgestimmten Komponenten ist das A und O eines leisen Rechners. Jedes Gehäuse hat seine speziellen Eigenschaften die man hierbei berücksichtigen muss, während es bei dem einem Gehäuse sinnvoll ist alles über einen einzigen leisen Netzteillüfter gut und ausreichend zu kühlen ist es bei einem anderem Gehäuse wiederum völlig anders.

Grundsätzlich gilt immer für ein Low-Noise System das man möglichst grosse und möglichst wenige Lüfter mit möglichst kleiner Drehzahl konfiguriert. Ganz ohne Lüfter ist natürlich am besten aber das lässt sich nur mit ganz wenigen High End Systemen realisieren.

Bei dem LianLi V1200 sorgt das Air Design für ausreichend Luft an allen Bauteilen; die Luft lässt aber auch den Schall nach draussen. Deshalb ist es hier Notwendig möglichst lautlose und lüfterlose Komponenten zu verwenden, die erst gar kein Geräusch erzeugen. Ebenso muss man hierbei die drei getrennten Luftkreisläufe berücksichtigen.

Die Verwendung von Standard Komponenten macht bei dem LianLi Gehäuse keinerlei Probleme, erst bei aussergewöhnlichen Komponenten wie übergrossen Heatpipe Kühlern oder passiven Graphikkarten Kühlern muss man genauer hinsehen.

Festplatten:

Als erstes betrachten wir die Festplatte, die man nur sehr schwer (oder gar nicht) lautlos bekommt. Hier ist eine Samsung SV0802N 80 GB die beste Wahl. Das ist zwar nicht die schnellste aber dafür die leiseste Festplatte am Markt. In einem gedämmtem und entkoppeltem Festplattengehäuse sollte man diese Festplatte nicht mehr hören. Wir werden hier aber zu Testzwecken einmal den neuen Festplattenentkoppler von Chill Innovation einbauen. Berücksichtigt man die Eigenschaften des Lian Li V1200 Gehäuse so ist es hier am besten wenn man die Festplatte in den oberen Teil des Gehäuses setzt. Dadurch kann man sich eine Inbetriebnahme des Frontlüfters völlig ersparen und den Geräuschpegel zusätzlich senken.

CPU Kühler:

Als nächstes betrachten wir die CPU hier haben wir uns Aufgrund der Gehäuseeigenschaften für ein Soltek Mainboard entschlossen auf dem wir einen Athlon 64 mit einem Thermalright Fanless 103 CPU Kühler betreiben wollen. Hierbei kommen uns einige Gehäuseeigenschaften sehr entgegen. Der Thermaltake 103 arbeitet lüfterlos benötigt aber in den meisten Fällen eine Gehäusebelüftung. Bei dem Lian Li V1200 ist der Gehäuselüfter ein grosser 120 mm Lüfter der hierbei dann genau auf der Höhe des CPU Kühlers sitzt. Somit sollte der Rechner mit nur einem einzigem Lüfter ausreichend und gut zu Kühlen sein. Natürlich werden wir auch probieren ob es bei dieser Konfiguration auch ganz ohne Lüfter klappt, was natürlich optimal wäre.

Netzteil:

Bei dem LianLi V1200 hat das Netzteil eine eigene Lüfterzone (die auf dem Bild weiter oben als Zone 3 bezeichnet ist). Deshalb sollte hier möglichst ein lautloses und lüfterloses Netzteil eingebaut werden. In diesem Review werden wir zuerst einmal das brandneue Chill Innovation Supersilent 510 Watt Netzteil einsetzen. Von diesem Netzteil werden wir dann anschliessend einen ausführlichen Einzeltest machen. Chill Innovation jedenfalls scheint absolut überzeugt von dem Netzteil zu sein und in einer persönlichen Email hat man mich gebeten doch mal das leiseste Lüfter Netzteil der Welt zu testen. Wer mich etwas kennt, kennt auch meine extremen Ansprüche an Low-Noise und ich bin wirklich gespannt wie das Netzteil sich so in der Praxis schlägt.

Graphikkarte:

Die Graphikkarten in diesem System sollten wegen dem Air Design lüfterlos arbeiten, um erst gar kein Geräusch aufkommen zu lassen. Für diejenigen die hier Bild und Videobearbeitung mit dem Rechner machen wollen gibt es genügend leistungsfähige und lüfterlose Graphikkarten am Markt. Wer hier allerdings auch einen High End Spiele Rechner mit hoher 3D Performance haben will muss hier noch etwas mehr machen. Momentan ist so ungefähr bei einer 9800 Pro Graphikkarte das Ende der Fahnenstange bei der passiven (lüfterlosen) Kühlung erreicht.

Wir hatten bisher die besten Erfahrungen mit dem Aero Cool VM-101 gemacht, dieser Graphikkarten Kühler kühlt auch diese 3D Power Karten bei geringster Gehäusebelüftung ausreichend gut. Ob das auch hierbei klappt ist etwas fraglich da das Mainboard ja auf dem Kopf steht und dadurch die Kühlfinnen dieses Graphikkarten Kühlers die Wärme dann in Richtung Graphikkarte abgibt. Um dass beurteilen zu können hilft hier nur ein Praxistest.

Problem Zonen:

Mainboard und Kühler:

Wir wollten ein Mainboard mit dem Thermalright XP-120 Lüfterkühler einsetzten, da dieser zwar sehr gross aber auch der Leistungsfähigste und leiseste Lüfterkühler ist. Hier bei ergab sich das die Heatpipes und die Lammellen über die Mainboardkante hinaus reichen (siehe Bild oben rote Linie). Da die Mainbordkante aber innerhalb des Gehäuses auf der Trennwand zwischen Lüfterzone 1 und 3 Liegt war eine Mainboardmontage nicht möglich.

Kühler:

Dann haben wir einen Thermaltake Fanless 103 versucht. Dieser zeigt aber bei den Mainboards in den meisten Fällen Richtung Netzteil und kann deshalb hier nicht eingesetzt werden. Zumal wir ja auch eine 3500+ CPU verwenden wollten und dafür muss der Fanless 103 aktive Belüftet werden da dieser nur bis 3200+ zugelassen ist.

Graphikkarte:

Auch hier wird eine passive Kühlung etwas schwierig. Der Grund liegt an dem um 180 Grad gedrehtem Einbau des Mainboards. Die passiven Graphikkarten Kühler sind dafür nicht ausgelegt. So gibt zum Beispiel der AeroCool VM-101 seine Wärme bei einem solchen Aufbau in Richtung Graphikkarte ab, was die Sache erheblich aufheizt. Ein Zalman Heatpipe Graphikkarten Kühler gibt die Wärme an beiden Seiten ab und wir werden das auch probieren.

System:

Wir haben dann einen Zalman Kühler zusammen mit dem Fanless 103 auf einem Soltek Mainboard probiert. Das System lief mit dem Original 120 mm Lüfter in der Zone 1 wobei hier die Belüftung des Fanless 103 ausreichend war, aber die aufsteigende Wärme in Richtung Graphikkarte brachte diese enorm zum schwitzen und es kam bei der passiv gekühlten 9700 Pro zu Pixelfehlern. Ein Umbau des 120 mm Lüfters von Luft absaugen nach Luft einblassen brachte hier zwar eine gute Verbesserung aber die Temperaturen waren immer noch zu hoch für einen dauerhaften Lastbetrieb, da der Abstand zischen CPU Kühler und 120 mm Lüfter hierbei etwas zu gross ist. Ein Mainboard wo der CPU Kühler nahe an dem Lüfter sitzt sollte hier aber einiges an Temperaturverhalten verbessern.

 

 

Wasserkühlung:

Hier können die Herzen der WAKÜ Freunde höher schlagen. Hier ist Platz ohne Ende und beim Einbau sollte es keinerlei Probleme geben. Selbst ein kleinerer Radiator liesse sich hier noch im Gehäuse unterbringen.  Die 120 mm Lüfter Konstruktion bietet sich optimal für WAKÜs wie die Big Water von Thermaltake an.

 

 

Schlussfolgerungen

Die 3 Lüfterzonen sind Grundsätzlich sehr begrüssenswert aber es kann gerade bei passiven Komponenten und übergrossen Bauteilen zu Problemen kommen. Ein passive Betrieb eines High End Rechners in diesem Gehäuse ist nicht so leicht Möglich. Optimal ist dieses Gehäuse allerdings für den Einbau von Wasserkühlungen. Bei Verwendung von Standard Kühler und Komponenten macht das Gehäuse keinerlei Probleme.

Danksagung / Award:

Unser Dank geht an das Team www.silentshop.de von für die unproblematische und sehr schnelle Bereitstellung des Testmusters. Unseren Award hat dieses Gehäuse leider nicht bekommen weil man in der Luxusklasse auch Luxusansprüche stellen sollte und da verhindern dann Dinge wie eine fehlende Laufwerksabdeckung oder ein fehlender Reset Schalter, ebenso wie ein fehlender Mainboard Schlitten eine Awardvergabe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LianLi Praxistest

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